von Holger Rinne, Kreiszeitung
Unter dem Titel „Rund um den Flügel“ veranstaltete die Musikschule des Landkreises Oldenburg in ihrem Saal in Wildeshausen am späten Sonntagnachmittag ein Lehrerkonzert. Es war eine Veranstaltung auf hohem Niveau, die sicherlich ein größeres Publikum verdient hätte.
Anlass für das Konzert war die Präsentation des neuen Flügels. „Ein Kreditinstitut hat die Anschaffung ermöglicht. Leider war der alte Flügel in die Jahre gekommen, sodass wir dringend einen Ersatz brauchten“, verriet Gerson Stiening. Bei der Auswahl des Instruments ging der Musikschulleiter sehr gründlich vor. Gemeinsam mit zwei seiner Klavierlehrer besuchte er ein Yamaha-Geschäft, wo drei Flügel zur Begutachtung standen. „Ein solches Instrument muss man persönlich vor dem Kauf anspielen. Nur so kann man einschätzen, ob es das Potenzial besitzt, sich noch zu entwickeln“, erklärte Stiening. Bei einem der Instrumente habe einer seiner Lehrer sogar das Gefühl gehabt, „gegen es arbeiten zu müssen“, berichtete er. Am Ende habe man sich für den Flügel entschieden, der am Sonntag neu und schwarz glänzend auf der Bühne stand.

Das „Trio Encante“, bestehend aus Sigrun Busch (Querflöte), Frederike Maess (Violoncello) sowie Angelika Scholl (Klavier), machte den Anfang mit einem Werk von Mathilde Kralik von Meyrswalden. Damit folgten die drei Musikerinnen dem Trend, vergessene Komponistinnen wieder ins kulturelle Rampenlicht zu rücken.

Es folgte mit Kristina Legostaeva (Klavier) und Arturo Figueroa (Violoncello) ein Highlight des Konzerts. „Le Grand Tango“ von Astor Piazolla stellt eine Herausforderung für jeden Cellisten und jede Pianistin dar. Legostaeva und Figueroa meisterten diese mit einer schwindelerregenden Virtuosität und begeisternden Brillanz. Dafür erntete das Duo Bravo-Rufe aus dem Publikum.

Ebenso wie Musikschulleiter Stiening am Vibrafon und sein Vorgänger Rafael Jung am Piano mit dem Titel „Amando´s Rumba“ von Chick Corea. Die beiden Musiker boten Jazz vom Feinsten, anspruchsvoll, rhythmisch und virtuos. In einer ungewöhnlichen Kombination von „Akkordeon und Piano“ wechselte Stiening ans Klavier, während Musiklehrer Fred Molde den Akkordeon-Part im „Reviado“ von Astor Piazzola übernahm. Zum Abschluss interpretierten Levon Allahverdyan (Violoncello) und Elvira Nietsch die „Elegie“ von Gabriel Fauré.
Fotos: copyright Holger Rinne

