„Heavy-Metal-Klaas“ berichtet, wie „The Voice“ seinen Alltag verändert hat

Ein Jahr nach dem Finale

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Klaas Müller, The Blue Lights (Band der Musikschule Landkreis Oldenburg); Foto: Marvin Spille

Wildeshausen – Von Ove Bornholt. Heute ist es ein Jahr her, dass Klaas Müller alias „Heavy-Metal-Klaas“ aus Wildeshausen im Finale der Sat.1-Sendung „The Voice Kids“ stand. Die Auftritte im Fernsehen haben das Leben des heute 13-Jährigen verändert. Direkt nach der Teilnahme wurde er oft angesprochen und nach Fotos oder einem Autogramm gefragt. „Es ist schon schön, erkannt zu werden, aber auch ein bisschen peinlich. Dann heißt es: Das ist doch der, der im Fernsehen war“, sagt Klaas, der zum Beispiel in der Schule nicht so gerne wegen seiner Auftritte im Mittelpunkt steht. „Ich erzähle schon etwas“, meint er, aber eben nur, wenn er gefragt wird.

Klaas konnte sich im vergangenen Jahr musikalisch sowohl alleine als auch mit der Band „The Blue Lights“ weiterentwickeln. So stand er bei vielen Auftritten vom „Sandy-Fest“ in Sandkrug über die Pfingstfeierlichkeiten in Wildeshausen bis hin zur großen „Ronald-McDonald-Kinderhilfe-Gala“ in Wien auf der Bühne. Ein weiterer Höhepunkt war „Classic meets Pop“ Anfang März in der großen EWE-Arena in Oldenburg. „So etwas hat man nicht alle Tage“, sagt Mutter Carmen Müller.

Der junge Wildeshauser, der für Alice Cooper schwärmt, hat die Leidenschaft für Rockmusik von seinem Vater geerbt. Als Baby sei er am besten mit „Metallica“ eingeschlafen. Deren Lied „Enter Sandman“ sang der Wildeshauser auch auf der Sat.1-Bühne und überzeugte damit sowohl die Jury als auch das Publikum. Im Finale reichte es dann allerdings nicht ganz für den Titel. Dennoch hat er viel gelernt, das er nun auch in die Tat umsetzt.

Dieses Jahr stehen einige große Termine wie die „Fête de la Musique“ in Hannover und das Stadtfest in Oldenburg an. Hinzukommen kleinere Konzerte, bei denen er auch im vergangenen Jahr war. „Bei Auftritten gilt die Devise: Üben, Üben, Üben“, betont Klaas. Normalerweise wird er einmal pro Woche alleine und am gleichen Tag mit der Band in der Kreismusikschule unterrichtet. Das Gleiche gilt für seine Bandkollegen. „Der Einzelunterricht hat sie richtig nach vorne gebracht“, findet Mutter Carmen.

„Bei ,The Voice‘ war ich zwei, drei Wochen lang heiser, nachdem ich gesungen hatte“, erzählt Klaas, der besonders durch seine rockige Stimme auffiel. Und die kann die Belastung inzwischen viel besser wegstecken. „Je öfter man singt, desto besser stellt sie sich darauf ein“, findet der 13-Jährige, der auf der Bühne inzwischen viel selbstsicherer unterwegs ist. „Vor ,The Voice‘ wollte der Musikschullehrer, dass jemand aus der Band die Songs ansagt. So richtig hat sich keiner getraut“, erinnert sich Klaas. Inzwischen albert er auch mal auf der Bühne herum, interagiert viel stärker mit dem Publikum.

Die Einnahmen der Auftritte landen in der Bandkasse und dienen zum Beispiel dazu, neue oder bessere Ausrüstung zu kaufen. Was seine musikalische Karriere angeht, mag Klaas sich von seinen Mitschülern unterscheiden, „aber was zum Beispiel Handys angeht, ist er ganz normaler Teenager“, sagt seine Mutter, die es lieber hätte, er würde sein Smartphone nicht so häufig benutzen – ein Problem, von dem wohl viele Eltern ein Lied singen können.

Und wie geht es weiter? Die „Blue Lights“ arbeiten an eigenen Songs. „Da kannst du theoretisch alles machen“, schwärmt Klaas. Bisher haben sie Coverstücke gespielt. Bei denen könne man zwar etwas verändern, aber das Lied müsse noch zu erkennen sein, so der 13-Jährige. Man darf gespannt sein, wann er wieder von sich reden macht.

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