Jugend musiziert Bremen-Nord

Hoffnungsschimmer in veranstaltungsloser Zeit

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Jugend musiziert Bremen-Nord

Die bundesweit offenbar einzigen „live“ durchgeführten Regionalwettbewerbe „Jugend musiziert“ fanden am 6. und 7. Februar in der Musikschule Bremen und am Samstag, den 13. Februar im Gebäude der Musikschule Bremen-Nord statt.
Weil es ein Hoffnungsschimmer war, weil ich als Juror in Bremen Nord dabei war, und weil es wie immer lustig war schreibe ich hier einen kleinen Bericht.

Klein in jeder Hinsicht: Es gab nur wenige Teilnehmer, alles fand in einem Raum statt, es gab praktisch keine Zuschauer, es gab immerhin zwei etwas unterschiedliche Jurys, und der Applaus war zwar herzlich, aber dünn…

Jury 1
Drei JurorInnen (einer fotografiert) in der einen Raumhälfte. Die Stühle im Vordergrund sind für Eltern und Lehrer.

Zusammen spielen und vorher proben konnten immer nur zwei Menschen, und im Wettbewerb waren nur die Teilnehmer, jeweils ein Elternteil und eine Lehrkraft, sowie die Juroren zugelassen. Spielen und werten durfte man am Platz ohne Maske, sonst war überall Maske angesagt, und es wurde fleißig quer gelüftet.
Nach jedem Beitrag war Wertungspause, danach direkt Beratungsgespräch, lüften, nächste Runde.

Alles war also sehr streng durchgetaktet, aber es war natürlich trotzdem schön: das Essentielle an Jugend musiziert ist ja, dass gut vorbereitete junge Musiker vorspielen, viele tolle Leistungen zeigen, und obwohl man als Juror natürlich kritisch zuhören und sich überlegen muss, wie das Gehörte einzuordnen ist, und was man in einem Beratungsgespräch sinnvolles dazu sagen kann, freut man sich einfach. Und da wir alle so lange niemanden mehr „live“ gehört hatten, und ja auch selber nicht konzertieren dürfen, waren wir beinahe neidisch!

Es gab am Vormittag zweimal Klavier vierhändig (mit Abstand an zwei Klavieren), eine junge Gitarristin, einen Blockflötisten, der sich sehr erfolgreich mit zwei modernen Partituren auseinander gesetzt hatte, einen Trompeter, und einen Posaunisten, der als Begleitung ein großes Radiogerät mit einer aus Noten generierten Klavierbegleitung dabei hatte, weil sich kein Begleiter gefunden hatte.

In der Nachmittagswertung folgten in der Kategorie „Klavier und ein Streichinstrument“ drei Duos aus Klavier und Violoncello. Fotos habe ich von den Spielern aus rechtlichen Gründen keine gemacht – auch das gehört ja zu unserer Zeit: Abstand zu den Menschen und zu deren Daten!

Es war wie immer ein anstrengender Samstag, an dessen Ende man glücklich nach Hause fuhr: so viel schöne Musik!

Jury 2
Jury im Gegenlicht…

Ulrich Meyer

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