Benefizkonzert für ein Musikprojekt in Namibia am 14.02.2016 in Ganderkesee

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Ein Bericht unserer Schülerin Wiebke Sperling, die im vergangenen Sommer ‚Freiwillige soziale Arbeit‘ im Township Katutura in Namibia gemacht hat. Auf ihre Anregung hin veranstalten wir das Benefizkonzert, in dem Wiebke auch ausführlich über das Projekt berichten wird.

Trockene, heiße Luft, die Sonne reflektiert auf den Dächern der Wellblechhütten, Kinder mit zerrissener Kleidung kommen mir entgegen, große und liebevolle Augen gucken mich ehrfürchtig an. Das waren meine ersten Eindrücke im Katutura Township in Windhoek im Herzen Namibias. Weiße bekommen die Kinder selten zu sehen, denn außer den Volunteers trauen sich die wenigsten Besucher auch in die tieferen Ecken des Townships und somit muss man sich den Respekt, aber vor allem das Vertrauen erst einmal erarbeiten.

Der After-School-Club von der namibianischen Organisation „Physically Active Youth“ – kurz P.A.Y. – ist eine Art Nachmittagsbetreuung für die Kinder aus Katutura und liegt am Rande des Townships. Es ist für viele Kinder der einzige Ort wo sie Zuneigung, etwas Liebe aber vor allem Aufmerksamkeit und Unterstützung erfahren. Mit Hilfe von Spenden konnte ein Haus erbaut werden, in dem die Kinder zunächst ein kleines Mittagessen bekommen (für viele bereits Luxus) und dann nach Jahrgangsgruppen getrennt vertiefenden Unterricht vor allem in Mathe, sowie in Lesen und Schreiben erhalten, da die meisten mit 60-70 Schülern in einer der Township-schulen kaum am Unterricht teilnehmen können, wenn sie überhaupt eine Schule besuchen (Dies ist trotz Schulpflicht nicht selbstverständlich). Hier kann der Unterricht in Katutura Namibiakleineren Gruppen vertieft werden und die meist namibianischen Volunteers können sich um Fragen kümmern. Besonders im „Primary School Program“ für die jüngeren Schüler zwischen 5 und etwa 15 Jahren spielen aber auch Spiel und Sport sowie für die Zukunft auch Kunst- und Musikprojekte eine wichtige Rolle. Bei P.A.Y. haben die Kleinen eine Chance, Radfahren und Schwimmen zu lernen, sich in der eigenen Fußballmannschaft zu beweisen und vor allem einfach Kind zu sein und das meist harte Alltagsleben in bitterer Armut zu vergessen. Durch ehrenamtliche Trainer haben die Kinder die Möglichkeit an Wettkämpfen oder landesweiten Radrennen teilzunehmen, sodass der Sport neben der schulischen Bildung einen alternativen Weg aus der Armut bieten kann.

Die ehrenamtliche, pensionierte Grundschullehrerin des Programms organisiert zudem Projekttage in denen die Kinder sich künstlerisch und musisch ausprobieren können, da dieser Unterricht an den öffentlichen Schulen nicht angeboten wird. So musste an unserem ersten Projekttag zu aller erst der Umgang mit fremden Gegenständen erlernt werden (nicht nur mit Pinseln und Farben sondern auch mit Büchern, zum Beispiel das Umblättern) sowie die Namen der Farben und die Grundfarben.

Katutura NamibiaMit einem Musikprojekttag versuchten wir den Kindern zuerst mit Rhythmusspielen zu den verschiedenen Tonlängen an den Musikunterricht heran zu führen und dabei die afrikanische Kultur mit einzubeziehen, da die Trommeltänze der verschiedenen Stämme oft der einzige Kontakt zur Musik waren, den die Kinder bis zu diesem Tag hatten. Auf die beiden Projekttage zu Kunst und Musik reagierten alle mit unglaublich viel Begeisterung und Interesse, da die Kreativität ihnen für kurze Zeit etwas Glück und Unbeschwertheit ermöglicht, aber auch zu einem gesunden Allgemeinwissen beiträgt (In Deutschland wäre es wohl undenkbar, dass 17-18 Jährige Schüler die Namen der Farben nicht kennen, geschweige denn den Umgang damit).

In der Zukunft sollen die Kinder vor allem durch Trommeln die Grundlagen der Musik erlernen und später vielleicht die Möglichkeit haben sich an weiteren Instrumenten auszuprobieren. So soll ihre kreative Entwicklung gefördert werden und eine Abwechslung zum Alltag und zum Sport dargestellt werden. Zudem können künstlerisches oder musisches Talent wie der Sport einen alternativen Weg aus der Armut darstellen.
Da dieses Angebot aber ohne finanzielle Mittel nicht zu verwirklichen ist, entstand noch vor Ort die Idee ein Benefizkonzert zu veranstalten, dessen Spenden den Anfang eines künstlerischen Programms ermöglichen könnten.

Kath. Kirche St. Hedwig, Habbrügger Weg 26, Beginn 17.00 Uhr.

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